Trotz schwerer Beine vom Vortag machen wir uns auf den Weg um eine sehr gut erhaltene Ruine in der Nähe von Cusco zu besichtigen – Pisaq. Wir bekommen einfach nicht genug von den großen Inkabauten und unzähligen Treppen.

Heiliges Tal in Pisaq

Heiliges Tal in Pisaq

An diesem Tag entpuppte sich Peru mal wieder als Abzocker Land Nr. 1. Auf dem Weg zur Station fragte ein Mann, nur eine Kreuzung vor der offiziellen Station entfernt, ob wir nach Pisaq möchten. Wir sagten ja, mit dem Bus. Er sagte heute fährt kein Bus und wir müssten das Taxi für 50 Soles nehmen. Gekonnt ignorierten wir ihn und liefen weiter zur Station und siehe da der Bus war Abfahrtbereit. Wir fuhren mit dem Bus nach Pisaq, für 3 Soles pro Person. Aber allein die Dreistigkeit ist doch unverschämt, oder?

Der Bus – mal wieder alt und klapprig, die kleinen Fenster in jeder zweiten Sitzbank sind leicht geöffnet und sorgen für Durchzug. Frauen mit ihren großen farbenfrohen Tüchern, Kinderlachen und ältere Männer mit Hüten sitzen auch mit im Bus. Wo sie hin fahren und warum wissen wir nicht. Ein landestypischer Hit schallt durch das Radio durch den gesamten Bus. Der Fahrkarten-Prüfer macht seine Runde und reißt die Tickets aller Passagiere ein. Vorbei an den unterschiedlichsten Ruinen, Flüssen an denen Familien sitzen und sich waschen. Eine Gruppe Peruaner steigt auf halber Strecke aus der Stadt hinzu. In kürzester Zeit werden sechs Downhill Mountainbikes auf das Dach gehievt und die Fahrt geht weiter.

sacred valley pisaq

sacred valley pisaq

Angekommen, schlenderten wir über den Markt und dann machten unseren Weg zur Festung. Teils überwucherte Terrassen schmiegten sich in die Felswand. Die Cleverness der Inka in Bezug auf die Bauweise ihren Städte, Festungen und Agrarflächen sowie der Weg, der teils sehr steil und hoch hinauf geht, beeindruckt uns jedes Mal aufs Neue. Die Wanderung über sind wir nicht alleine, sei es die Frau mit ihrer Spindel oder der Flötenspieler, den wir schon von weiten hören – beide versetzen uns zurück in eine andere Zeit.

Pisaq und seine Besonderheiten

Pisaq und seine Besonderheiten

Pisaq ist eine, in einen Bergkamm gebaute Inkafestung mit Blick ins Heiliges Tal am Urubamba. In der Mitte des Tempelbereichs, liegt ein riesiger Felsbrocken, von dem die Inka glaubten, an ihm sei die Sonne angebunden. Auf jeden Fall schien die Sonne hier und in Cusco hat es geregnet. Vielleicht ist ja an der Idee etwas Wahres dran.

Pisaq für Lauffaule

  • Taxis fahren für 25 Soles bis zum Eingang der Festung.

 

Reunion an der Lagua Piuray und die Geschichte vom Backpacker-Bart

Der letzte Tag in Peru. Wir hatten uns mit Freunden aus der UK, Michaela und Joe, verabredet. Aber an diesem Morgen lief nichts wie geplant. Unsere Wäsche war nicht fertig, dann wollte der Minivan nach Ollantayambo sich nicht füllen und wir waren über eine Stunde zu spät und dass ohne Telefonempfang. Konnten wir nur hoffen, dass die zwei auf uns warten. Endlich angekommen in Chincheros war die Wiedersehensfreude riesig.

Zum Glück war heute kein Markttag und somit die Stadt wie ausgestorben. Aber wir waren ja auch wegen der Lagune und Michaela und Joe hier. Eine Pause von der Touristenroute – wenigstens für einen Nachmittag.

Wir haben uns seit Sucre nicht mehr gesehen und wir hatten viel zu erzählen. Zum Glück ist die Wanderung eher ein gemütlicher Spaziergang sonst wären wir auf 3.690 Meter ganz schön aus der Puste gekommen.

Lagua Piuray in Chincheros

Lagua Piuray in Chincheros

Joe versucht sich seit Chile einen typischen Backpacker-Vollbart wachsen zu lassen. Es sieht natürlich etwas wild und ungezähmt aus. Und wenn ich mir das so ansehe, bin ich froh, dass Philipp sein Bart eher grau ist und der Versuch einen Bart wachsen zulassen spätestens nach drei Tagen aufgegeben wird. Vielleicht ist es der Trend im Jahr 2014. Vielleicht ist es auch nur der Versuch mal etwas anders zu sein als daheim. Aber jeder Tourist, mit einer Veranlagung zum Bartwuchs, den wir so kennenlernen oder auf der Straße sehen trägt heutzutage einen Vollbart.

Lagua Piuay und der Backpacker Bart

Lagua Piuay und der Backpacker Bart

Indio-Markt in Chincheros:

  • Donnerstag und Sonntag
  • Regelmäßige Busverbindung ab Sucre und Ollantayambo
  • Preis: 5 Soles

Wanderung Lagua Piuray:

  • Dauer: 3 Stunden (Umrundung)
  • Schwierigkeit: einfach (keine Höhenmeter)

Der Abschied nahte und ein schöner Tag neigte sich dem Ende. Ein letztes Foto, ein letztes Mal drücken und dann winkten wir schon den Minibus in Richtung Cusco zum Anhalten heran und es ging zurück.

An diesem Abend traten wir die Weiterreise nach Bolivien an. 1 Monat Visum haben wir noch übrig in 2014. Wir freuten uns riesig auf das Land, dass uns im April und Mai schon so fasziniert hat.