Es war soweit, am Bahnhof von Hue trafen wir die zwei Schweizer Simone und Marcel wieder. Falls ihr euch noch erinnert, wir haben uns auf der Fahrt nach Vietnam kennengelernt und für Weihnachten in Hanoi verabredet. Wie der Zufall so will, waren wir im gleichen Wagon nur zwei Abteile voneinander entfernt untergebracht und so setzten wir uns zusammen, tranken dem Schaffner das Bier weg und quatschten bis in die späten Abendstunden.

Die Zugfahrt war absolut super. Wir hatten ein 4-Berth ganz für uns alleine und konnten uns schön ausbreiten. Diese kann man von innen übrigens verriegeln. Der Schaffner fragte zwar, ob wir die anderen zwei Betten kaufen möchten, aber wir waren uns sicher, dass niemand in den nächsten 14 Stunden und auf den 9  Stopps ausgerechnet bei uns im Abteil zusteigen würde. Die Nacht verging schnell und als wir die Augen wieder öffneten waren wir nur noch zwei Stunden von Hanoi entfernt. Nachdem wir von vielen Reisenden gehört hatten, dass das Wetter ausgesprochen schlecht war in den letzten Wochen, waren wir guter Dinge das es nur noch besser werden könnte. Und so war es – wir wurden mit Sonnenschein begrüßt. Aber auch von vielen Taxifahrern, und jeder wollte uns zum Hotel bringen. Um dem Überfallkomando zu entgehen, liefen wir ein paar Meter und hielten dann ein Taxi der Merlin Group an. Die waren uns bekannt und auch gut bewertet. Bei anderen Taxen muss man in Vietnam schon aufpassen, dass man nicht abgezockt wird z. B. durch plötzlich schnell ansteigende Taximeter.

Im Nachtzug nach Hanoi

Im Nachtzug nach Hanoi

Unsere Lok

Unsere Lok

Für Heiligabend hatten wir uns gutes Hotel gebucht. Quasi unser Weihnachtsgeschenk. Im Hotel angekommen, waren alle sehr freundlich und es sah alles sehr ordentlich aus. Zusätzlich erhielten alle Gäste eine Einladung zur X-Mas Party mit Wein und Keksen. Party, klang super, allerdings war bis dahin noch viel Zeit.

Da wir unbedingt einen Kochkurs machen wollten, baten wir die Rezeptionistin uns zu helfen. Auf eigene Faust hatte es leider nicht geklappt, da wir keine Rückmeldung vom Restaurant erhalten hatten. Zwei Mal schnell mit dem Blue Butterfly telefoniert. Das war das Restaurant, welches wir ausgesucht hatten, und schon war alles geklärt.

Das Kochduell

Wir hatten Simone und Marcel von unserer Idee erzählt, und spontan schlossen sie sich uns an.

Das Programm:

  1. Marktbesuch
  2. Zutaten einkaufen und raspeln
  3. Viele, uns zum Teil unbekannte, Früchte probieren
  4. Zurück zum Restaurant
  5. Kochmütze auf und los
  6. Schnibbeln, braten…fertig!
Markt - frisch geraspelte Papaya

Markt – frisch geraspelte Papaya

Das Menü:

  • Grüner Papayasalat mit Dried Beef
  • Springrolls
  • Fried Chicken in Lemongrass & Chili

Die Tatsache, dass in allen Gerichten super viel Zucker drin war hat uns zwar etwas geschockt aber nicht vom Essen abgehalten. Wie auch immer, wir dürfen uns jetzt Cooking Master schimpfen und hatten ein tolles Weihnachts-Dinner.

Weihnachts-Menü

Weihnachts-Menü

Marcel und Philipp - unsere Chefköche

Marcel und Philipp – unsere Chefköche

Nachdem wir nun kugelrund vom vielen Essen waren, haben wir uns zurück ins Hotel zur Weihnachtsfeier gerollt. Die war vielleicht der Hammer – Kellner mit Weihnachtsmannmützen, Mega Stimmung und festliche Musik. Nur waren wir, obwohl wir extra erst 5 Minuten nach Acht kamen, die einzigen Gäste. Schnell stellte der Kellner uns ein Gläschen Wein hin und brachte uns ein paar Kekse. Eine echt müde Veranstaltung! Schnell machten wir Chamba Chamba (das Glas auf ex trinken) und versuchten so mehr Wein zu ergattern. Das klappte auch prima und daher machten wir das ganze noch drei Mal. Den meisten Wein hatte aber mit Abstand unser Kellnern, der war nämlich schon tütendicht als wir rein kamen.

Und weil es nicht sooo spannend war, schlichen wir uns von der Party raus auf die Straße. Der Kochlehrer hatte uns erzählt, dass bei der Kirche viel los sein würde. Also schauten wir da vorbei. In der Tat, hier waren sehr viele Menschen – Buddhisten, Christen, Moslems – und alle schauten dem vietnamesischen Krippenspiel mit grosser Begeisterung zu. Maria und Josef hatten sogar ein echtes Baby und nicht so eine billige Attrappe.

Danach sind wir nur noch in die Bar an der Ecke und haben uns Cocktails bestellt, zusätzlich gab es noch Live Musik, eine kleine Feuershow und diverse Free Shots. Merry Chrristmas!