Vietnam – wir kommen. Um 10 Uhr morgens ging unsere Reise weiter. Im vollgestopften Mini Van fuhren wir von Kampot über Kep in Richtung vietnamesischer Grenze (Übergang: Ha Thien, Visa muss im Vorfeld beantragt werden) mit Fahrtziel Chau Doc (15 $ pro Person). Anfangs dachten wir noch, dass es sich nur um den Pick-Up Service vom Hotel handelt, aber schnell war klar, dass das nicht der Fall war. Also stellten wir uns auf eine unbequeme 7 stündige Fahrt ein. Wobei Philipp und ich noch die besten Plätze im Bus hatten. In der hintersten Reihe mussten sich vier Leute auf drei Sitzen zusammen quetschen – das hätte uns gerade noch gefehlt.

An der Grenze angekommen mogelten wir uns dann ganz geschickt durch den angeblichen Gesundheit-Check und ließen die Kosten in Höhe von 1 $ pro Person durch den Busfahrer begleichen. Das war sicher nicht so geplant aber es kam uns sehr entgegen. Er hatte schließlich vorher irgendwas gesagt, dass er das zahlt. Ich glaube allerdings, dass wir damit nicht gemeint waren.

Angekommen in Ha Thien erfuhren wir, dass wir hier den Bus wechseln müssen um nach Chau Doc zu kommen. Dieser sollte um 14 Uhr abfahren. Die Wartezeit vertrieben wir uns mit einem Schweizer Paar, und der Suche nach etwas essbaren – was allerdings sehr schwierig ist, wenn niemand Englisch versteht. So führte uns die lange Suche zurück an die Busstation und dem kleinen Cafe.

Um 14 Uhr kamen zwei Motorroller-Fahrer zur Busstation und gaben sich als Abholservice aus. Ohne zu wissen was uns erwarten würde, stiegen wir auf und düsten los – ans andere Ende der Stadt. Mein Fahrer konnte gerade so über den vor dem Vordersitze platzierten Rucksack gucken. An einer Tankstelle wurden wir samt Gepäck abgesetzt und warteten in der heißen Mittagssonne auf den Bus. Nach drei vorbeifahrende Bussen, Modell 80er Jahre, hielt ein Bus mit der Aufschrift Chau Doc. Gut, das ist dann wohl unsere Weiterreise, und wir stiegen zu den einheimischen und zwei weiteren Touristen in den Bus. Die Straßen in Vietnam waren noch ein wenig gewöhnungsbedürftig für uns aber nach unzähligen Zwischenstopps und weiteren vier Stunden erreichten wir sicher unser Ziel.

Warum wir nach Chau Doc gefahren sind und nicht direkt z. B. nach Can Tho? Ganz einfach, weil wir unbedingt eine Bootstour über den Mekong machen wollten. Diese haben wir dann auch noch am selben Abend bei Delta Adventures und Mr. Dung für 44 $ pro Person gebucht und freuten uns auf den nächsten Tag.

Mit dem Speedboot über den Mekong

Zwei Tage und eine Nacht lagen vor uns bevor wir Ho Chi Minh erreichen sollten. Zwei Tage voller neuer Abenteuer, interessanter Orte und Menschen. Der nächste Morgen kam viel zu schnell – wir hatten doch nach Tagen mal wieder ein super tolles und gemütliches Zimmer. Um 6.30 Uhr stand ein kleiner, älterer Mann im Hoteleingang und wollte uns zur Bootsablagestelle bringen. Leider war der gute nur mit einer Fahrrad-Rikscha vorgefahren und wir mussten mit ansehen, wie er mühselig unsere zwei großen Rucksäcke auflud und uns anschließend bat einzusteigen. Ich glaube, dass wir zu Fuß schneller am Ziel gewesen wären, aber gut.

Fahrrad-Rikscha

Fahrrad-Rikscha

Da es die Bootstour nur in Kombination mit einem Touristen-Rahmenprogramm gab, fuhren wir vor der eigentlichen Tour noch schnell zu einer Fischfarm, besuchten ein traditionelles Cham Village, besichtigten eine Reisnudel Produktion und zu guter Letzt, fuhren wir noch zu einer wirklich schönen Pagoda. Für uns war klar – so was machen wir nicht nochmal. Das war purer Stress, wobei wir sagen müssen, dass mit der Fischfarm war sehr interessant. Die lassen die kleinen Fische durch dünne Öffnungen in ihre Käfige unter den Häusern schwimmen, geben ihnen dann Futter, und wenn sie dann zu dick sind können Sie nicht mehr raus. Echt clever! Zurück am Pier überbrückten wir weitere zwei Stunden Wartezeit bis es endlich im Schnellboot den Mekong runter gehen sollte.

Pagoda

Pagoda

Sechs Stunden fuhren wir über diesen mächtigen Fluss und immer tiefer ins Mekong Delta. Für uns ein absolut faszinierendes Erlebnis. Man sollte bei so einer Tour nicht seekrank sein, sonst wird es ungemütlich. Vorbei an vielen kleinen Orten, die irgendwie alle gleich aussehen, an Ziegelfabriken, aus denen es nur so rauchte, und diversen schwimmenden Dörfern erreichten wir Can Tho. Can Tho ist übrigens die viertgrößte Stadt in Vietnam und die größte im Mekong Delta. Wir waren positiv überrascht wie groß und lebendig diese Stadt war. So hatten wir uns das nicht vorgestellt, aber es war toll. Nach dem Check-in im Hotel, das war bei der Tour ebenfalls inklusive und sehr sauber und ordentlich, waren wir im Restaurant Mekong sehr günstig und lecker Essen und haben uns danach noch eine paar Cocktails in der hippen Viva Bar gegönnt. Am nächsten Morgen ging es dann auch schon weiter nach Ho Chi Minh, ehemals Saigon. Aber dieses Mal wieder mit dem Bus, Wasser hatten wir erstmal genug gesehen.

Mekong in Vietnam

Mekong in Vietnam

In 6 Stunden auf dem Wasser gehen einem viel unsinnige Dinge durch den Kopf und so haben wir uns überlegt, dass es lustig wäre, Vietnam mit allen möglichen Verkehrsmitteln unsicher zu machen – ob wir das schaffen, lasst euch überraschen.