Nach der Great Ocean Road wollten wir auch noch die Great Alpine Road abfahren. Hier ist übrigens alles groß und weit. Leider waren mal wieder Buschfeuer in der Region. Das sagte zumindest die Frau an der Touristeninfo. Also fuhren wir zu den Gippsland Lakes – so nah am Meer sollte wohl nichts brennen. Am Gipslands Coastal Park gibt es 20 nummerierte Campgrounds, und alle kostenlos. Manche allerdings nur mit Toilette, daher fuhren wir alle ab und suchten uns den schönsten raus. Nr. 10 wurde es am Ende. Über Nacht zog ein starker Wind auf und so packten wir unsere sieben Sachen am nächsten Tag, nahmen noch eine heiße Dusche am Golden Beach und fuhren zur nächsten Touristeninfo. Die Angestellte schien uns etwas kompetenter, doch keine Feuer im Alpine Nationalpark? Na dann, nichts wie los. Wir fuhren eine sehr windige und schmale Straße den Berg hinauf, stoppten noch am Conor Hill Lookout, und in Omeo, im Süden der Great Dividing Range (nur ein Supermarkt und super teuer, also Vorräte lieber vorher besorgen) und erreichten dann Anglers Rest Campsite. Omeo bedeutet in der Sprache der Aboriginies übrigens Berge. Die ganze Zeit hofften wir, dass uns kein Auto entgegen kommt denn wir brauchten ja schon die gesamte Breite der Straße. Den Abend verbrachten wir mit Eddi und Jo, einem Australischen Paar an unserem Lagerfeuer.

Lagerfeuer im Alpine NP

Lagerfeuer im Alpine NP

View Alpine NP

View Alpine NP

Weiter ging es dann Richtung Genoa um in Mallacota ein paar Tage am Meer zu verbringen. Einen kurzen Stop legten wir in Lake Entrance ein und dann ging es auch schon weiter. Wie der Name vermuten lässt,  öffnet sich hier eine von Flüssen und Seen  vebundene Landschaft dem Meer.

Lake Entrance

Lake Entrance

Um keine Zeit zu verlieren stoppten wir am ersten Surf Shop in Mallacoota, der leider erst um 10 Uhr aufmacht. OK, dann doch erst Frühstück. Betheka Lookout schien uns ideal für ein Frühstück am Strand und bei Brot, Rühereiern und Saft genossen wir den Blick auf das Meer. Das Wetter war super und sehnsüchtig warteten wir auf den Rückruf zu unserem Surfunterricht. Denise machte noch einen 1 stündigen Ocean River Walk und Philipp schlief eine Runde im Auto. Der Rückruf! Endlich! Um 14 Uhr am Surf-Shop sollten wir unsere Lehrerin treffen. Wir waren überpünktlich und Jade, die Surflehrerin, war auch schon da. Schnell noch 2 Wetsuits anprobiert und dann ging es mit unserem 8,4 Long-Board auch schon an den Strand.

  1. Lektion: Sicherheits-Einweisung
  2. Lektion: Stretching
  3. Lektion: Trockenübung

Wann geht es nur endlich ins Wasser?

4. Lektion: Rauf aufs Brett und rein in die Wellen

5. Lektion: Salzwasser ist kein Trinkwasser (davon haben wir einiges geschluckt)

Wir haben in dem 2-stündigen Kurs viel erreicht. Wir sind beide auf dem Brett gestanden. Allerdings war es wenige Stunden später so weit, Muskelkater im gesamten Oberkörper. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir werden uns in den kommenden Tagen auf jeden Fall noch mal ein Board ausleihen um unserer Talent zu fördern.

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Daher besuchten wir dann nur noch das Pub im Dorf Genoa und tranken ein Cider.

Pub Genoa

Pub Genoa

Pub Genoa aussen

Pub Genoa aussen

Weiter ging es Richtung Merimbula und dann in den SE Forest Nationalpark zum Nunnock Campground. Über eine 20 KM lange Dirt Road ging es durch den Nationalpark. Mitten auf der Straße sonnte sich eine ca. 1,2 M großer Varan und versteckte sich, dank unserem lautstarken anpierschen auch direkt im Wald. Twiki vertrieb sämtliche Tiere schon von weitem, so wie der klapperte. Auf dem Campground war neben uns nur noch ein 2. Auto. Ein seltsamer alter Mann. Am nächsten Morgen machten wir noch den Nunnock Swamp Walk. Das ist ein ca. 1 KM Rundwanderweg auf dem wir ein paar Walabies sahen, und dann fuhren wir weiter über die New Line Rd (eine holprige und staubige Straße) zurück in Richtung Zivilisation. Unser nächstes Etappenziel war nämlich die Käsestadt Bega. Leider war die Produktion und der Verkauf wegen eines Produktionsproblems vorübergehend geschlossen, und untätig warten wollten wir dann auch nicht. Auf dem Weg zurück zur Küste, ohne zu wissen wo wir übernachten, irrten wir die Strände der Umgebung ab. Keine Surfshops weit und breit. Wir hielten um 17 Uhr am McKenzies Beach und sprangen mit unserem Bodyboard in die Fluten. Wo wir schlafen wussten wir immer noch nicht. Von zwei anderen Travellern hatten wir am Strand erfahren, dass es bei Mossys Boat Ramp möglich ist übernacht zu bleiben. Dort sind wir dann auch direkt hingefahren und haben unseren Van neben dem von Bob geparkt. Bob ist aus Canberra und macht nebenberuflich Surf-Fotografie. Bob gab uns noch ein paar Tipps für unser nächstes Etappenziel – Ulladulla.

Hang loose in Ulladulla – Teil 2

Auf dem Weg nach Ulladulla hielten wir am Pebbley Beach. Der ist bekannte für seine vielen Kängurus. Leider haben wir keine gesehen und haben nur am Strand rumgelegen. Eigentlich wollten wir übernacht bleiben, aber alle Stellplätze waren noch oder schon wieder belegt. So fuhren wir direkt nach Ulladulla weiter. Laut der Touristeninfo gab es zwei gute Strände zum Surfen und Baden, und zwei Läden in der Stadt die Boards vermieten. Wir liefen zum Rip Curl Shop und mieteten ein Board (50A$ / 24 h). Sie gaben uns noch Tipps zu Ebbe und Flute und den Windverhältnissen für den Abend und den nächsten Tag. Direkten fuhren wir zum 1. Strand und Philipp schwang sich aufs Board und stand direkt drei Wellen hinter einander. Der Kurs hatte sich also gelohnt. Danach suchten wir uns einen Übernachtungsplatz, doch weit und breit keine kostenlosen. In einer App hatten wir gelesen, dass es am Pointer Gab Lookout möglich ist. Dort angekommen hatten wir einen tollen Blick auf das Tal und ein gemütliches Abendessen. Wir waren ganz alleine. Nur wir, das rascheln der Bäume, ein paar Vögel, ach ja und unser Surfboard. Das musste mit im Auto übernachten, da die Gefahr zu groß war, dass es geklaut wird. Als wir dann im Bett lagen brach die große Panik aus, schweiß lief uns über die Gesichter – eine Spinne im Auto. Und die sah auch noch anders aus als die anderen Huntsmänner. Denise gab Anweisungen und Philipp musste ausführen. Die Spinne musste aus dem Auto raus, egal wie. Geschafft! Danach konnten wir vor Aufregung nicht einschlafen. Wenige später fing es dann noch an kräftig zu stürmen. Ob der Platz ganz oben auf dem Berg, unter diesen alten Bäumen der richtige ist? Kurz vor Mitternacht wurde es so schlimm, dass wir alles zusammen packten, den Berg wieder runter fuhren und eine andere Schlaf-Option suchten. Der erste Campground war nix, der war genauso unheimlich und noch dazu direkt an der Straße. Wir erinnerten uns daran, dass der Besitzer vom Surfshop sagte, dass manchmal Camper übernacht am Mollymook Beach beim Golfplatz stehen. Golfplätze gibt es hier wie Sand am Meer. Manche Orte haben zwar nur 50 Einwohner aber dafür 5 Golfplätze. Ein Paradies für Golfer. Wie auch immer, wir fuhren die 30 KM wieder zurück nach Ulladulla und stellten uns dort hin, auch wenn es offiziell nicht erlaubt war. Wir hatten ja noch die Ausrede, dass wir spät angekommen sind und keiner der zahlreichen Campparks mehr offen hatte und wir zu Müde zum Weiterfahren waren. Glücklicherweise kam kein Ranger. Am nächsten Morgen gingen wir direkt an den Mollymook Strand und wir versuchten ein paar Wellen zu reiten. Oder besser zu stehen. Aus unserer Sicht waren wir sehr erfolgreich.

Surfen in Ulladulla

Surfen in Ulladulla

 Der weißeste Strand der Welt

Einen Stopp an der Küste wollten wir jetzt noch unbedingt einlegen. Jarvis Bay. Hier sollte es den weißesten Strand und das türkisfarbendste Wasser der Welt geben. Aha! In Husskinson angekommen, guckten wir uns ein Rennen vom 16. Hobie Worldcup (Segelregatta) an und blieben über Nacht im Touristpark. Für überteuerte 30 A$ gab es einen Stellplatz auf dem Nebengelände wo wir Monika und Robert kennengelernt haben. Zwei junge Work & Traveller die für sechs Monate durch Australien reisen. Wir haben sie am nächsten Tag noch zum Frühstück eingeladen und sind dann zum Hyams Beach gefahren. Der Sand war tatsächlich sehr weiß. Ob es der weißeste ist glaub ich zwar nicht, aber es war sehr schön. Und obwohl das Wetter nicht so toll war, wollten wir uns die Chance nicht nehmen lassen in dem türkis-blauen Wasser zu schwimmen. Wir konnten sogar unsere Füße noch sehen als wir schon bis zum Hals im Wasser standen. Großartig!