Nach unserer Ankunft in Sucre fuhren wir direkt in unsere Unterkunft. Das Santa Cecilia machte gleich einen sehr gemütlichen Eindruck auf uns. Hier werden wir eine Weile bleiben und uns ganz wie zu Hause fühlen. Nach dem wir alles ausgepackt haben, gab uns Oswaldo einen Überblick was wir alles in der Stadt machen sollten. Und es war klar, es gab viel zu tun.

Die Straßen in Sucre sind durch weiße Häuser gesäumt. Alles sieht aus wie in Zucker getaucht. Eine sehr gemütliche Stadt mit vielen Kirchen, Plätzen, den liebevoll gestalteten Innenhöfen, Kultur und Musik. Natürlich auch Touristen, aber die findet man überall wo es schön ist. Die Altstadt von Sucre gilt als eines der am besten erhaltenen Beispiele einer Kolonialstadt in Südamerika und ist im typischen Schachbrettmuster angelegt. Seit 1991 gehört sie auch zum Weltkulturerbe, daher haben die Behörden in Bolivien auch ein Bauverbot für die angrenzenden Hügel erlassen und ein Programm zu deren Aufforstung gestartet. Also nicht umsonst eine der schönsten Städte in Südamerika. Sucre, auch Chuquisaca (Name auf Quechua) ist die offizielle Haupstadt von Bolivien. Die Stadt liegt in einem Tal, das in das Altiplano auf etwa 2.765 m Höhe angrenzt.

Neben all den architektonischen Eindrücken ging aber auch die ausgeprägte musikalische Leidenschaft nicht an uns vorbei. Jeden Tag probten die Spielmannzüge der verschiedenen Schulen und Einrichtungen in voller Lautstärke vor, hinter und neben dem Haus. Pauken, Trompeten und Trommeln gehören zu den beliebtesten Musikgeräten. Jeder in der Stadt übte für die anstehenden Feierlichkeiten des 25. Mai. Wir waren schon sehr gespannt was uns an diesem Wochenende erwarten würde.

Da wir ja jeden Tag in der Schule waren, blieben nur die Nachmittage um die Stadt zu erkunden. Wir besuchten die Felipe de Neri. Ein ehemaliges Kloster, und heute eine Schule. Von 16 bis 18 Uhr kann man auf das Dach der Einrichtung und den toller Blick genießen (15 BOL Eintritt pro Person).

Ein Besuch im Parque Bolivar stand auch auf unser ToDo Liste und mit dem kleinen Eifelturm auch wirklich ein toller Platz zum Verweilen. Der ausgeschriebene Rundweg ist jetzt nicht super spannend, führt aber am alten Bahnhof vorbei und ist ein netter kleiner Spaziergang.

Da wir nach unseren Aufenthalt in Sucre noch die Umgebung erkunden möchten gingen wir zum Casa de Cultura (Adresse: Bustilo). Hier gibt es sehr gute Karten für das Umland und unabhängig davon ist das Gebäude mit seinem Innenhof schon sehenswert. Ein hübscher Springbrunnen steht mitten im Hof und die weißen Arkaden sind sehr kolonialistisch. An den Wänden hängen Fotografien aus einer früheren Zeit und man fühlt sich etwas in der Zeit zurück versetzt. Unabhängig davon haben wir uns noch eine Topografische Karte vom Umland beim Militaria Geografica gekauft (50 BOL). Diese hat zusätzlich auch die Höhenprofile abgebildet.

Öffnungszeiten: 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.00

An einem anderen Tag schleppten wir uns die steile Straße zum La Recoletta hinauf. Völlig erschöpft kamen wir an, aber der Blick über Sucre war super.

Den Cementario General haben wir uns ebenfalls angesehen. Selbstverständlich mit einer Führung in Spanisch. Der kleine Junge hatte wirklich ausgezeichnete Geschichtskenntnisse und hat sich auch sehr viel Mühe gegeben langsam zu sprechen, dass hat aber leider nicht immer geklappt.

Um mal wieder Shoppen zu gehen, dass waren wir schon lange nicht mehr, fuhren wir zum Mercado Campesino. Es ist ca. 15 Minuten mit dem Bus vom Plaza entfernt. Auf dem Markt ist es deutlich günstiger als auf dem Mercado Central. Neben Obst, Gemüse, Fleisch und Gewürzen gibt es da auch noch die Zwiebelstraße, Tomatenstraße und Elektrostraße. Und einige 2nd Hand Shops mit Kleidung aus der westlichen Welt sowie neue „Originalware“. Ob es sich dabei wirklich immer Originalware handelt, wagen wir zwar zu bezweifeln, aber die Preise sind oft nah am Original. Also lieber zwei Mal hingucken.

Wegbeschreibung:

  • BUS A1, 4 und F fahren in der Av Hernando Siles ab (einfach auf die Schilder gucken die im Bus liegen)
  • Oder 20 Minuten zu Fuß

Am selben Abend kehrten wir ins Goblin ein. Eine kleine, fast unscheinbare Cervezaria. Hier wird das Bier noch selber gebraut. Gute 20 Tage ist Marcelo, der Besitzer, damit beschäftigt und das Endprodukt schmeckt sehr gut. Wir probierten alle drei Sorten – Oro, Amber und Colber.

Öffnungszeiten:

  • Donnerstag, Freitag, Samstag
  • 20.00 Uhr bis 2.00 Uhr

Philipp hatte etwas Magen rumpeln, und so zogen Guisell und ich einen Tag alleine los. Sucre ist für ihre Schokoladen-Spezialitäten bekannt. Und was gibt es nicht besseres als das Schokoladen Fest zu besuchen. Der Eintritt kostet 10 BOL. Zwischen Schokobrunnen, Schokofrüchten, Torten und Keksen mit Schokolade schlenderten wir über die drei Etagen und ließen es uns richtig gut gehen, und natürlich schmecken. Nach langer Zeit gab es mal wieder Nussecken und Linzer Torte, aber auch Schokofrüchte und Tomatenkekse.

Schokofest mit Guisell

Schokofest mit Guisell

Unsere letzte Tour in Sucre führte uns zum Castillo de la Glorieta. Das wunderschöne, historische Kolonialhaus liegt nur ca. 7 KM außerhalb von Sucre. Eine Führung findet jede Stunde statt und ist im Eintrittspreis inbegriffen. Die Geschichte handelt von dem Paar Don Fransciso de Argandona und Doña Clotilde Urioste de Argandona, die sich Kinder wünschten, aber keine eigenen haben konnten. Aus diesem Grund adoptierteh sie Waisen und bauten das Schloss um den Kindern hier ein Zuhause zu geben. Unser Eindruck ist aber auch, das dass Gebäude etwas in die Jahre gekommen ist. und mehr in die Erhaltung investiert werden sollte.

  • Eintritt: 20 BOL für Touristen (10 BOL für Einheimische)
  • Kamera: 10 BOL

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Unsere Tipps – Essen und Trinken in Sucre:

Leckere Steaks gibt es im Nouvell Cousine – klingt Französisch, ist es aber nicht. Eine sehr rustikal eingerichtete Chorizoria:

  • Adresse: Avaroa
  • Steak, Papa Fritas mit Saltbuffet 45 BOL

Mittagsmenü zum fairen Preis:

  • Adresse: halber Block von Plaza in der Argentina
  • Getränk, Suppe, Hauptspeise und Nachtisch im Preis inbegriffen – 18 BOL

Gutes hausgemachtes Bier gibt es im Gobline. Die Deko besticht durch viele verschiedene Elfen und erinnert an ein nettes Englisches Pub.

  • Adresse: Calvo
  • kleines Bier 15 BOL und großes Bier 25 BOL

Nette Bar in der Touristenstraße – Viajes de Bodega. Happy Hour – Du entscheidest wann diese beginnt.

  • 2x Bier für 20 BOL (ganze Nacht)
  • 2x Cocktail 18 oder 20 BOL

Irish Pub – Eröffnung Mai 2014

  • O’Finningens mit leckerer Bratwurst und Bierauswahl

Unterkunft in Sucre:

Santa Cecilia – das familiengeführte B&B ist ruhig, mit netten Gästen und nur wenige Minuten vom Plaza entfernt.

  • Adresse: Potosi
  • z.B. Doppelzimmer mit eigenen Bad: 140 BOL

(Stand Mai 2014)

 

Im Gleichschritt Marsch – und immer im Rhythmus der Musik

Bei den Feierlichkeiten der Stadt Sucre am 25. Mai haben wir neben wunderschönen Trachten, viel Blasmusik, jeden Bürger der Stadt auch den Präsidenten Morales gesehen. Er stand winkend auf dem Balkon und wurde von der Menge gefeiert. Jeder Einwohner war auf den Beinen und wenn er nicht gerade in einer der zahlreichen Paraden mitlief,  jubelte er den Menschen in den Paraden zu. Fahnenträger, Musikanten und der unverzichtbare Wimpel pro Einrichtung, in den Farben der Bolivianischen Flagge – Grün, Gelb, Rot, wurde stolz am Plaza de 25 Mayo vorbei getragen.

Fest Sucre

Fest Sucre

Zwischen traditionellen Roben, Schuluniformen und klassischer Arbeitskleidung gab es jede Menge zu enge Röcke, zu kurz Röcke, wobei zu kurz das Männerherz höherschlagen ließ, Essensstände mit Chorizo, Sandwichen, rotem, gelben oder grünen Wackelpudding, Zuckerwatte, Eis und Empanadas. Alles, außer Bierstände! Für uns ist der letzte Punkt noch etwas gewöhnungsbedürftig aber völlig akzeptabel.

Am Samstagabend spielte die Band Libertad auf der Bühne und verschiedene Gruppen führten thematische Tänze auf. Zusätzlich fand im Stadion ein großes Konzert statt, aber überall konnten wir nun wirklich nicht gucken gehen. Wir ließen das Treiben auf den Straßen auf uns wirken und konnten nach drei Wochen intensiven zuhören die Melodie des Nationalsongs auswendig. Manchmal erwischten wir uns dabei, wie wir diesen ohne fremdes Zutun vor uns hin summten.

Die Stadt hat architektonisch und kulturell viel zu bieten und ist unserer Meinung absolut Lebenswert.

Der Besuch im Immigration Office

Da wir bei Einreise nur 30 Tage erhalten haben und noch ein paar Tage länger in Bolivien bleiben möchten, mussten wir unser Visa verlängern. Das Amt befindet sich 2,5 Blocks vom Plaza entfernt in der Bustilos.

So geht’s:

  1. Dokumente kopieren
    1. Pass (Seite mit dem Foto)
    2. Pass (Seite mit dem Einreisestempel)
    3. Einreiseschein
  2. Mit dem Pass zum Immigation Office in Sucre gehen
    1. „Quieremos expender visa“
    2. Alles bei der Rezeption vorzeigen
    3. Danach erhält man eine Nummer
  3. Zum Schalter
    1. Pass und Kopien abgeben
    2. Stempel in den Pass geben lassen
    3. Fertig!

Das Prozedere dauert 10 Minuten und die Beamten sind sehr freundlich. Für Europäer ist eine Verlängerung kostenlos. Man kann pro Jahr 90 Tage in Bolivien (kostenlos) verbringen.

Die Zeit in Sucre, fast 4 Wochen, war wunderschön und auch wenn wir jetzt weiterreisen, freuen wir uns schon auf das nächste Mal – zumal wir in Guisell, unserer Lehrerin, eine sehr gute Freundin gefunden haben.