Angekommen in Ho Chi  Minh City, ehemals Saigon, freuten wir uns schon auf unser Hotel, welches wir am Morgen noch schnell nach dem Aufstehen gebucht hatten. In einem der zahlreichen Booking-Offices fragten wir nach einer Karte und dem Weg zum Hotel. Die freundliche Dame teilte uns mit, dass das Hotel nicht mehr auf der Karte ist und wir ca. 1 Stunde 20 Minuten mit dem Taxi benötigen würden. Na toll! Gefühlt 100x haben wir uns informiert welcher der 19 Stadtteile der Beste ist, und wir schaffen es mit verschlafenen Augen ein Hotel am Ende der Stadt zu buchen. Kurzerhand entschlossen wir uns das gebuchte Zimmer zu stornieren, Geld war natürlich auch futsch, und uns eine neue Unterkunft in District 1 zu suchen, welche dann auch innerhalb von 5 Gehminuten zu erreichen war. An diesem Abend gab es dann nur noch eine Nudelsuppe und wir beendeten den Tag in unserem Guesthouse.

Neuer Tag, neues Glück – nach dem Frühstück in einem der unzähligen Restaurants und Cafes machten wir uns auf um die Stadt zu erkunden. Ho Chi Minh City gilt auch als die kulinarische Metropole des Landes. Zuerst ging es zum Ben Thanh Market, der allerdings wahnsinnig laut und unverschämt überteuert war. Somit waren wir damit auch nach drei Minuten durch und zurück auf der Straße. Danach schauten wir uns ein wunderschönes Kolonialgebäude – die Kathedrale Notre-Dame, die Oper und das Parlament an. Damit unsere Kamera mal wieder etwas Abwechslung vor die Linse bekommt, baten wir eine Dame ein Foto von uns zu machen, und wir kamen ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass Sie aus Brisbaine kommt. Und weil es so nett war, gab Sie uns ihre Visitenkarte und sagte, dass wir uns melden sollen, wenn wir in der Gegend sind. Das nenne ich mal weltoffen.

Als nächster Sightseeingpunkt stand das Postamt  auf dem Programm, an welchem übrigens abgesehen von einer Renovierung und Modernisierung der Schalter seit der Entstehung fast keine Änderungen gemacht wurden – ein echt schönes Gebäude, sowie die ganze Stadt. Hier könnten wir uns tatsächlich vorstellen eine gewisse Zeit zu Leben. Keine Sorge das war nur so ein Gedanke …

Anschließend ging es in das War Museum, in welchem die Geschichte des Vietnamkrieges aufgearbeitet wurde. Sehr empfehlenswert und für 30.000 Dong, ca. 1 € auch nicht zu teuer. Anhand vieler Fotografien und Ausstellungsstücke wird der Krieg und seine bis Heute anhaltenden Spätfolgen, welche u. a. durch den Einsatz von schlimmen Chemikalien versucht wurden, demonstriert. Etwas traurig verließen wir diesen Ort und verbrachten den restlichen Nachmittag damit durch die Stadt zu laufen und diese auf uns wirken zu lassen. Zwischendurch haben wir uns noch den Aufbau des 1. Saigon Weihnachtsmarktes angeschaut. Obwohl der Platz noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war, baten Sie uns sehr freundlich hinein. Wir wussten nicht, dass Weihnachten in Vietnam so ein Hype ist aber man lernt eben nie aus. Philipp hat sich noch im Adidas Outletstore mit einem Deutschlandtrikot eingedeckt. Das werden wir ja später auf jeden Fall noch öfter brauchen.

Am Abend mussten wir uns noch die Open Bus Tickets kaufen. Nachdem wir gefühlte 100 Angebote eingeholt hatten, entschieden wir uns für das günstigste.

Open Bus Ticket: Mit diesem Ticket ist es möglich entweder von Nord nach Süd oder umgekehrt zu reisen. Folgende Städte sind verbunden: Saigon-Mui Ne-Dalat-Na Thrang- Hoi An – Hue – Hanoi. Es ist möglich, alle Strecken oder nur Teilstrecken zu buchen. Das Ticket ist einen Monat gültig und verfolgt das “Hop on- & Hop off-Prinzip”, wobei man die jeweils nächste Strecke einen Tag vor geplanter Abreise im Büro der jewiligen Busgesellschaft bestätigen muss. Der Preis für eine komplette Süd-Nord-Verbindung variiert zwischen 35 $ und 53 $. Bei den Bussen handelt es sich bis auf die Verbindungen nach Dalat um Sleeperbusse, sprich um Busse mit Liegen anstatt Sitzen.

Ob wir mit unserem Busunternehmen eine gute Wahl getroffen haben, wird sich noch zeigen, aber am Ende heißen die Busgesellschafen alle nur anders, gehören aber doch irgendwie zusammen. Mit einem mulmigen Gefühl ging es ins Bett, bis dato hatten wir viel bei Tripadvisor gelesen, und das war sicher nicht alles positiv. Wir waren gespannt was für ein Bus uns am nächsten Tag nach Mui Ne bringen würde.

Wie immer ging es sehr früh aus den Federn – mit ausschlafen haben die Vietnamesen es scheinbar nicht so. Nach nur fünf Minuten Fußmarsch kamen wir an der Busstation an. Der Bus war noch nicht da, wir waren auch viel zu früh und so warteten wir ein paar Minuten. Pünktlich sind sie hier ja, dass muss man an dieser Stelle mal sagen. Und lieber zu früh als zu spät, denn warten wird hier niemand auf Dich. Mit ein paar hektischen Handbewegungen aus dem Booking-Office wurde uns mitgeteilt, dass das unser Bus ist. Von außen machte der Bus sogar einen recht guten Eindruck. Bitte einsteigen, Schuhe ausziehen (ganz wichtig, sonst wird der Busfahrer grantig) und Platz suchen. Da Philipp mit über 1,80 recht groß ist, sind wir bis hinten durch gelaufen und haben es uns auf den 5er Sitzen bequem gemacht. Von innen war der Bus dann doch schon etwas abgewohnter, aber noch OK. 5 Stunden später waren wir dann endlich am Meer. Mui Ne ist besonders beliebt bei Kite- und Windsurfern. Wer es mal probieren möchtet ist hier auf jeden Fall genau richtig. Preise für eine Anfängerstunde liegen um die 55 $ / Stunde. Wem das zu teuer ist, der kann auch einfach Sonnenbaden oder am Strand herumspazieren. Wir haben uns fürs zugucken entschieden.

Auf dem Weg zum Strand viel uns ein Laufsteg und viele Fernsehteams auf der anderen Straßenseite auf – was hier wohl passiert? Auf dem Rückweg staunten wir nicht schlecht – wurden hier die neuen Perlen, durch wirkliche attraktiven Models präsentiert. Wir wurden sogar gebeten in der ersten Reihen platz zu nehmen, wahrscheinlich dachten sie, dass wir Geld haben um danach den hübschen Perlenschmuck zu kaufen. Wir haben dankend abgelehnt und uns die Show noch ein paar Minuten angesehen.

Aber in Mui Ne gibt es nicht nur Strand, man kann auch einen netten Ausflug zu den weißen und roten Sanddünen, dem Red Canyon und dem Fairy Stream machen. Die roten Dünen sind sehr schön beim Sonnenuntergang. Gesagt, getan, saßen wir am nächsten Tag in unserem privaten Jeep (15 $ pro Tag / Jeep inkl. Fahrer) und düsten los.

Hier ein paar Impressionen:

Und weil uns die Münchener Hausberge doch ein wenig fehlen, geht unsere Reise weiter nach Dalat. Endlich in die Berge!