Deutschland – Portugal: Wer ist eigentlich C. Ronaldo?

Nach unserer Ankunft in Salvador gab es fast kein Halten mehr. Die Vorfreude auf das erste Spiel stieg ins unermessliche. Dann noch das Wiedersehen mit Philipp seinen Jungs aus Stuttgart. Die Stimmung vor Ort scheint auch bei den Brasilianern sehr gut zu sein. Die nächsten Tage werden Mega.

Salvador gilt zwar als sehr gefährlich, aber es ist auch super schön. 28 Grad. Mal ein kleiner Schauer. Dann wieder Sonne. Das ist Brasilien im Herbst. Umgeben von Stränden mit Palmen, Bars, Liegestühlen und der einen oder anderen Surfwelle, kommen Menschen hier her um sich zu entspannen. Einer der schönsten Strände ist wohl Porto da Barra – hier kamen übrigens auch die ersten Europäer an.

Strand in Salvador

Strand in Salvador

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Den Abend verbrachten wir auf einem kleinen Stadtfest in Piata. Piata ist ein Stadtteil in Salvador, ca. 8 KM südlich vom Flughafen. Selbstverständlich war auf dem Fest alles in gelb und grün, in den Farben des Landes, geschmückt. Ein bisschen Patriotismus muss einfach immer sein. Neben Essen- und Getränkenständen, es roch alles sehr lecker, spielte eine Liveband und, wie nicht anders zu erwarten, knallte ein Feuerwerk über uns. Wovon wir noch ein wenig irritiert sind, dass Kinder so hemmungslos mit Feuerwerk spielen. Zwar unter Aufsicht von Erwachsenen, aber trotzdem. Wunderkerzen wären da vielleicht etwas angebrachter.

Stadtfest Piata

Stadtfest Piata

Trotz Spanisch, aber keiner portugiesisch Kenntnisse, kamen wir schnell ins Gespräch mit den Brasilianern. Erst probierten wir Moqueca (sehr leckere Fischsuppe) und dann hatten wir doch nur 10 Minuten später schon wieder eine Einladung zum BBQ am nächsten Tag. Die wahnsinnig hohe Gastfreundschaft schafft es mal wieder die Gefahr zu übertrumpfen.

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Ein schöner Strandspaziergang führte uns bis zum Farol da Barra. Vorbei an kleinen Strandbars, aus denen Sambatöne schallen, vielen kleinen Strandfußball Feldern bis hin zu dem rot/weißen Leuchtturm – ein schöner Platz  zum Entspannen. Völlig erschöpft, von der Sonne, fallen wir in zwei Liegestühle unter einem Sonnenschirm. Nur kurze Zeit später kamen dann auch schon die Anderen. Der Verkäufer hat mit Sicherheit den Umsatz einer ganzen Woche an nur einem Tag gemacht. Und zum Thema Trinkgeld sag ich nur soviel – ein tanzender Mann am Strand mit einem grinsen über beide Ohren ist nicht überall zu finden. Nach einen Tag am Strand, das kommt Denise ja auch immer gerne entgegen, gingen wir in die kleine Pizzeria in Itapua.

Leuchtturm Itapua

Leuchtturm Itapua

Die italienischen Besitzer sind auch fußballbegeistert und so gab es eine große Pizza direkt aufs Haus. Naja, mit der Aussage verbunden, dass Italien unsere Elf 3:1 vom Platz fegen wird, aber so lange das nur Worte bleiben, schmeckt auch die Pizza. Zu späterer Stunde gab es dann noch Freigetränke, Oliven, Sandwiches und Nüsse – alles aufs Haus. Als wir um kurz vor Mitternacht heim laufen wollten, fragten wir beim Chef noch einmal nach: „Ist die Strecke gefährlich?“ Die Aussage war mehr als eindeutig. 500 von den 2000 Metern sollte man lieber nicht als Tourist laufen. Wir fragten ob er uns ein Taxi ruft und keine 3 Minuten später fuhr er uns persönlich zum Hotel. Und wir sind wieder angetan von der Gastfreundlichkeit.

Matchday!

Bei undankbaren Spielzeiten von 13 Uhr Ortszeit quälten wir uns um 7 Uhr aus dem Bett. Frühstücken, fertig machen und dann ab zum Bus. Der Bus (2,80 $R pro Person) brauchte gute zwei Stunden in die Altstadt. Sehr langwierig und heiß! Dort angekommen, machten wir einen Abstecher zur dt. Fanbotschaft und dem mobilen DFB Fanclub, und dann gingen wir ins Ausgehviertel Pelourinho. An dem Platz vor der Kirche war der Treff der Fans, und es war nicht mehr all zu weit vom Stadion weg.

Wir haben noch schnell die Portugiesen interviewt zu der Frage wer dieses Jahr Weltmeister wird, das Ergebnis könnt ihr Euch hier ansehen, und dann sind wir auch schon in die Arena Fonte Nova gelaufen. Ein sehr schönes Stadion für 55.000 Zuschauer.

3x Müller, 1x Hummels – der Wahnsinn.

Unsere 11

Unsere 11

 

upnaway - Sieg der Deutschen Elf gegen Portugal

upnaway – Sieg der Deutschen Elf gegen Portugal

 

Es wurde noch besser! Eine Gruppe Brasilianer feierte auf der gegenübeliegenden Straßenseite mit Bier und BBQ. Ich nenn ihm mal “Big Mama”, seine Familie und Freunde haben uns mit köstlichen Rippchen und Hühnchen versorgt, und die Jungs haben für Biernachschub gesorgt. Die Brasilaner sind Anhänger des lokalen Clubs Esporte  Clube EC Bahia – und mächtig stolz darauf.

Die Nacht tanzten wir noch in einer Samba Bar durch und dann ging es mit dem Taxi heim (80 $R). Leider hat die Bedienung in der Bar den Braten gerochen und spontan die Preise erhöht. Hat der Caipi auf der Karte noch 7 $R gekostet, waren es auf einmal 10 $R. Und ein Bier kostete 6 $R und wenn wir Big Mama nicht gehabt hätten, hätte Sie dafür auch 10 $R verlangt. Aber nicht mit uns.

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Fazit: Weltklasse Spieltag. Weltklasse Abend.

Heute folgt ein weiterer Strandtag bevor wir morgen nach Recife fliegen und unseren Mietwagen für die nächsten 10 Tage abholen. Fortaleza gegen Ghana ist unsere nächste Partie am 21.06.2014.