Am 21.11. wollten wir uns nun endlich auf den Weg nach Siem Reap machen um uns die Tempel von Angkor anzusehen. Mit dem TukTuk ging es vom Hotel zu den Busstationen. Ein Ticket pro Person kostete 5 $ oder 20.000 Riel. Da wir noch 1,5 Stunden bis zur Abfahrt hatten, haben wir uns noch ein Frühstück im Sunrise Coffee House zwischen die Kiemen geschoben.

Zurück an der Station trafen wir Leslie aus Frankreich. Sie war ebenfalls auf dem Weg nach Siem Reap. Schnell kamen wir ins Gespräch und tauschten erste Erfahrungen aus. Sie gab uns auch ein paar gute Tipps zu Vietnam – da Sie dort gerade herkam, konnte sie einiges berichten. Insgesamt wird sie auch 10 Monate durch die Welt reisen.

Der Bus war pünktlich und vorbei ging es an traditionellen Stelzenhäusern und, wie nicht anders zu erwarten, mal wieder an unzähligen Reisfeldern.

Siem Reap – nach gut vier Stunden Fahrt waren wir endlich am Ziel. Das sollte nun für die nächsten drei Tage und Nächte unser zu Hause sein. Denn so lange hatten wir vor zu bleiben. Warum am Ende doch fünf statt drei Nächte geblieben sind, dazu später mehr. Da Leslie auch noch keinen Schlafplatz in der Stadt hatte, kam sie kurzer Hand mit zu dem Hotel, welches wir uns einen Abend vorher im Internet herausgesucht hatten, und blieb auch. So konnten wir die Tage vieles gemeinsam unternehmen.  Lucky unsern TukTuk-Fahrer brachte uns von der doch recht weit ab vom Schuss liegenden Bushaltestelle zum Hotel und wir verabredeten uns nächsten Morgen für 7.30 Uhr um zu den Tempeln zu fahren.

Eine beeindruckende Stadt. Fast nicht zu glauben, dass die Stadt erst vor einigen Jahren angefangen ist zu wachsen und zu einem so pulsierenden Ort geworden ist.  Es ist bisher definitiv mein persönliches Highlight in Kambodscha und weil es so viel zu sehen gab, haben wir vorzeitig entschieden noch zwei Nächte länger zu bleiben.

Pünktlich stand Lucky vor dem Hotel und grinste über beide Ohren als er uns in der Eingangstür erblickte. Danach ging es direkt zum Ticketschalter. Hier kann man wählen zwischen:

  • 1 Tag – 20 $
  • 3 Tage – 40 $ (gilt für 3 beliebige Tage innerhalb einer Woche)
  • 7 Tage – 60 $ (gilt für 7 beliebige Tage innerhalb eines Monats)

Wir haben uns für ein 3-Tagesticket entschieden und uns dann in die Touristenmassen, ich meine natürlich Tempel, gestürzt. Schon der erste und wohl bekannteste Tempel Angkor Wat war beeindruckend – einer der größten architektonischen Bauwerke der Welt. Weiter ging es zum Ankor Thom, welcher verschiedene Tempel wie beispielsweise Bayon oder die Terrace of the Elephants beherbergt. Da wir ja ein 3-Tages Ticket hatten, beschlossen wir uns von Lucky, vorbei an weiteren Tempel, zurück in die Stadt bringen zu lassen. Und haben uns für den Nachmittag ein kleines Wohlfühlprogramm auferlegt.

In dieser Stadt fühlten wir uns super wohl, abgesehen von dem ständigen „Sir/Madam TukTuk?“,  „Wanna buy something? No! Why no? Äh – why yes?“ und „Massage Ladie/Sir?“. Man braucht nämlich kein TukTuk um von A nach B zu kommen, man kann die Stadt viel besser zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden.

Zu dritt sind wir dann in eins der unzähligen Massagestudios gegangen. Hier zeigte sich mal wieder – andere Länder, andere Sitten. Hat die Massage-Frau Philipp erst ihre Lebensgeschichte erzählt und ihn dann noch gefragt, ob er einen „Handjob“ möchte. Unfassbar! Denise hat anschließend beschlossen dort nicht mehr hinzugehen.

Am nächsten Morgen haben wir erstmal eine Tempelpause eingelegt, und uns stattdessen zwei Fahrräder ausgeliehen um zum Tonle Sape See zu fahren. 1 Fahrrad/Tag = 1 $, da kann man wirklich nichts sagen. 11 KM später, über befestigte Straßen, Schotterwege und durch unzählige Schlaglöcher, erreichten wir den See. Von hieraus legen diverse Bootstouren zu den schwimmenden Dörfern von Chong Kneas an und ab. Allerdings ist das schon so touristisch überlaufen, dass wir uns ein paar schwimmende Häuser von Ufer angesehen haben. War auch ganz schön.

Für den nächsten Tag stand großes auf dem Plan. Angkor bei Sonnenaufgang. Dazu mussten wir uns nur noch aus dem Bett quälen. Der Wecker schellte um Punkt 5 Uhr. Von nun an blieben noch genau 60 Minuten um sich mit der Kamera, Stirnlampe und Fahrrad zu bewaffnen und dann im Eiltempo die 8 KM bis Angkor zu rasen. Vor lauter Schreck hätten wir beinahe die Kontrolle übersehen. Frech blinzelten wir den drei Kontrolleure mit unseren Stirnlampen in ihre Gesichter und dann ging es weiter und wir machten es uns auf der Außenmauer gemütlich. Wow – ein tolles Gefühl und ein noch schönerer Anblick. Das war knapp – lieber noch 15 Minuten eher aufstehen um das tolle Farbspiel mitzubekommen. Doch was war das – gut 30 Minuten später strömten ganze Busse aus dem Tempel. Ein Anblick der uns ebenfalls den Atem raubte.

Von hier ging es morgens um 6.30 Uhr zum Tempel Ta Prohm, den viele wahrscheinlich aus Tomb Raider kennen. Menschenleer konnten  wir die Atmosphäre in den Tempeln genießen. Als wir den ersten Tempel gerade verlassen wollten, strömten uns drei Busladungen Japaner entgegen. Man hatten wir ein Glück. Weiter ging die wilde Fahrt zu Tempel zwei und drei und danach Richtung Stadt um bei Molly Malones in der legendären Pub Street ein gutes English Breakfast zu genießen. Man hat uns der Hintern gebrannt. Die Fahrräder könnten echt etwas mehr Polsterung vertragen. Nach dem Frühstück noch schnell die Räder abgegeben – da hätten uns heute keine 10 Pferde mehr draufbekommen und dann ging es zu Fuß auf um die Post zu finden. Wie es so ist im Leben, einmal falsch abgebogen, ist man gleich völlig orientierungslos. Zum Glück trafen wir Holley und Scott, die uns eine Karte gaben und uns super geholfen haben. Bisschen gut gequatscht haben wir uns für Abends zum Essen verabredet. Holley und Scott sind gerade von Brisbane nach Siem Reap gezogen um dort für 12 Monate zu leben.

Den letzten Tag verbrachten wir mit spazieren gehen und Kaffee trinken – am Abend trafen wir dann Jule und Mona, zwei ehemalige Kollegen von Denise. Bei ein paar Bier und Gequatsche überbrückten wir die Zeit bis zur Abfahrt des Nachtbusses nach Phnom Penh in die Hauptstadt Kambodschas, wo wir uns wiedersehen.