Über eine 7-Stündige Reise von 3.000 Höhenmeter in den ecuadorianischen Anden auf 0 Höhenmeter an die peruanische Küste.

Nach fast 2 Monaten in den ecuadorianischen Anden war es wieder an der Zeit für einen Tapetenwechsel. Über Nacht fuhren wir von Cuenca mit dem Bus nach Peru, in den kleinen Fischerort Mancora.

Zahlreiche Schauergeschichten von Taschendieben in Bussen, Taschenaufschlitzern und Überfällen auf Touristenbusse ließen uns Anfangs kein Auge zu machen. Kurze Zeit später siegte die Müdigkeit dann doch und wurde erst wieder durch ein lautes, „Pasaporte“ unterbrochen. Wir waren an der peruanischen Grenze angekommen, und mit uns noch drei andere Busse. Es ist sehr schwül als wir mit noch kleinen Augen aus dem Bus steigen. Die Schlange am Zoll ist nicht gerade kurz und die zwei Zollbeamten leisten ganze Arbeit damit es zügig voran geht. Nach nur einer Stunde haben auch wir den Einreisestempel für Peru im Reisepass. Land Nr. 14!

Mittlerweile ist es 2 Uhr morgens! 3 weitere Stunden fahren wir durch den peruanischen Norden. Wir sehen nichts da es noch immer dunkel ist. Bisher läuft alles Reibungslos – keine Überfälle oder anderen Zwischenfälle. Wir nutzen die Zeit und schlafen noch ein bisschen. Um 5 Uhr erreichen wir Mancora und werden mit vier weiteren Passagieren an der Hauptstraße abgesetzte. Es ist immer noch dunkel draußen und für einen Moment fühlen wir uns in der Zeit zurück versetz – wie in Asien. Aufdringliche TukTuk Fahrer umkreisen uns schon nach Sekunden und wollen uns zu irgendwelchen Hotels fahren. Wir machen ihnen nach einiger Zeit deutlich, dass wir nirgendwo hin fahren möchten und nach noch mehr Zeit fahren Sie in ihren roten, gelben, grünen und blauen TukTuks in die Nacht.

Wir haben Zeit, und gehen zu Fuß zum Strand um den Sonnenaufgang zu sehen. Es hat noch nichts offen – eher sehen wir die letzten Überreste der letzten Partynacht in den Straßen herumlaufen statt das der Fischerort zum Leben erwacht. Und urplötzlich ist es hell – wie die Zeit vergeht! Wir machen uns auf den Weg zur Hauptstraße, vielleicht hat ja mittlerweile schon irgendwas offen. Ein Kaffee wäre nicht schlecht. Vielleicht ein kleines Frühstück. Es muss nichts Besonderes sein, Hauptsache wir können noch ein bisschen Zeit an diesem Morgen totschlagen. Die Sonne ist sehr heiß in den frühen Morgenstunden und die kleine rote Imbissbude öffnet in diesem Moment seine Luke. 2x Rühereier mit Brot!

Wenig später machen wir uns auf den Weg zum Hotel. Vielleicht können wir ja schon einchecken? Doch wo bitte ist der Eingang? Etwas ziellos laufen wir vor dem Gebäude auf und ab. Klopfen an die Pforte. Niemand öffnet uns. Die ältere Frau, welche in ihren Schaukelstuhl vor und zurück wippt, zeigt mit wackelndem Finger nach links. Wir bedanken uns und laufen über Geröll um das Haus herum. Die Tür ist verschlossen! Wir klopfen. Niemand hört. Wir klopfen lauter. Endlich, jemand öffnet. Es ist 8 Uhr!

Die nächsten Tage verbringen wir mit gutem fangfrischen Gerichten, Sonnenbaden, faulenzen, lesen. All die Dinge für die man sonst so wenig Zeit hat.

Strand Mancora

Strand Mancora

Reiseinformationen Ecuador nach Peru:

  • Bus von Cuenca nach Mancora: 15$
  • Dauer: ca. 7 Stunden)
  • 2 Busgesellschaften

 

Restaurant Tipp Mancora:

Meche – tolles Seafood – Marisco mit Picante de Langostino

 

Hang loose in Mancora Teil II – Zeit zum Surfen

Sonne, Strand, Meer und Surfen. In Peru? Klar!

Peru ist ein Surferparadies. Unzählige Strände reihen sich entlang der über 4.000 KM Küste – für Anfänger bis Profis. Es gibt sogar die längste Surferwelle an der peruanischen Küste. Die Strände sind auch gar nicht so schlecht wie viele immer behaupten. Weiße, feine Strände säumen die Ortschaften.

Tag 1: Wir beobachten das Meer. Die Wellen sind mäßig!

Noch einmal rauf auf das Board und den Wind beim Aufstehen um die Nase spüren und das Wasser zwischen den Zehen. Das wäre toll.

Tag 2: Die Wellen werden höher!

Die Einheimischen sagen, dass seit Wochen keine guten Welle zu reiten waren. Es kann also nur besser werden.

Tag 3: Die Wellen sind gar nicht so schlecht!

Wir buchen die Stunde bei „The Good People“.

Tag 4: Die Wellen sind perfekt!

Es ist soweit. Um 8 Uhr stehen wir am Strand mit unseren Boards und nur kurze Zeit später auf dem Board. Ein super Gefühl! Es sind die besten Wellen seit Wochen, und dementsprechend viele Peruaner haben sich diesen morgen in die Fluten gestürzt. Es ist sehr viel los vor der Küste Mancoras. Wir erinnern uns an die Zeit als wir die ersten Versuche auf dem Surfboard, in Australien und Neuseeland, vor einigen Monaten unternommen haben. Und es war eine verdammt schöne Zeit!

Surfen in Peru

Surfen in Peru

Doch langsam aber sicher wird die Zeit zu unserem größten Gegner, auch weil wir noch ein gutes Stück Weg mit vielen, und immer noch zu wenig, wundervollen Plätzen sehen möchten.

Bei unserer längeren Reise haben wir oft und gerne, schnell Mal die Zeit um uns herum vergessen. Weil es schön war. Weil es einzigartig war. Weil es einfach der Moment war den wir zugelassen haben. Aber wenn die Zeit einen dann einholt, dann weiß man, dass man sich auf einer nicht umkehrbaren Richtung befindet. Wir schreiten täglich von dem Erlebten in der Vergangenheit, weiter in Richtung Zukunft. In Richtung neue Abendteuer. Wir lieben die Erinnerung an jeden einzelnen Tag in dieser so wundervollen und aufregenden Zeit. Die Zeit die noch bleibt, werden wir jetzt anfangen sinnvoll zu gestalten. Aber jeder noch kommende Tag wird ein besonderer Tag auf unserer Reise.

„Was also ist Zeit? Wenn mich niemand fragt, weiß ich es nicht. Will ich es einem fragenden erklären, weiß ich es nicht.“ (Augustinus, Confession XI, 14)

Zeit ist, was wir daraus machen und wie wir sie gestalten!