Von Wellington fuhren wir auf der A1 in Richtung Ostküste. Da die Strecke bis in die Region Taranaki doch recht lang war, wollten wir eine Nacht auf halber Strecke einlegen und hatten uns dazu bei Rankers (www.rankers.co.nz/respect) Scotts Ferry ausgesucht. Die Location schnell ins Navi eingegeben und schon waren wir auf dem Weg. Leider war der Weg alles andere als gut, der Weg wurde von Mal zu Mal schmaler und holpriger, und die Schlaglöcher größer. Wo waren wir bloß gelandet? Denise musste dann aussteigen und zu Fuß prüfen, ob da irgendwann noch ein Campsite kommt, nach 4 KM Return kam Sie dann endlich wieder, allerdings ohne positive Nachrichten. Bis auf einen verlassenen alten Wohnwagen war weit und breit nichts.

Wo sollten wir nur wenden? Vorsichtig schob Philipp das Auto zurück und nach 200 Meter konnten wir dann endlich wenden und zurück in Richtung Zivilisation fahren. Im General Store in Tangimoana fragten wir nach wie wir zum gewünschten Campground kommen. Die Antwort war eindeutig – die Fähre fährt seit ca. 30 Jahren nicht mehr und bis zum Campsite sind es och 70 KM. Der Besitzer hat uns dann angeboten auf seinem Hof zu stehen da es mittlerweile auch schon sehr spät war. Wir gaben ihm am nächsten Morgen eine kleine Donation für die Schule im Ort.

Pest Free Area

Wir hatten jetzt zwei Möglichkeiten für die nächsten Tage – weiter in Richtung Inland oder direkt auf den Surfhighway 45. Wir entschieden uns für die Inlandroute und machten einen Ausflug nach Rotokare.

Rotokare liegt 12 KM östlich von Eltham. Hier wird seit 2004 ein Sanctuary Project durchgeführt. Um das 230 ha große Gelände war ein hoher Zaun gesteckt. Die Einfahrt in das Gelände wird durch große nacheinander zu öffnende Tore abgeriegelt. Die Neuseeländer nennen das Pest Trapping Program. Sie versuchen zu verhindern, dass jede Art von „bösen“ Tieren, z.B. Hunde, Katzen, Mäuse und Opposums, in das Gelände hineinkommen und sich so regionale Tiere, und die die vor dem Aussterben bedroht sind wie z.B. Kiwis, Belbirds und Nordinsel Robine, besser entfalten können, zu schützen. Nach einem 4 KM Walk im Gelände beschlossen wir die Nacht dort zu verbringen und erst am nächsten Tag nach Stratford zu fahren.

Rotokare Lake Eingang

Rotokare Lake Eingang

Die Taranaki Region steckt voller Möglichkeiten – Klettern, Walken, Fischen oder am schwarzen Sandstrand schwimmen oder Surfen. Im Winter kann man auch Skifahren. Wir haben uns uns im Herzen der Region, in Stratford in der i-Site über die Walks und das Wetter erkundigt und sind dann zu den Dawson Falls gefahren. Der Wasserfall ist 18 Meter hoch und es werden viele schöne kurze und mittellange Wanderungen angeboten. Wir hatten uns für eine mittellange Wanderung entschieden und haben noch ein bisschen von dem nativen Urwald und den Goblin Forest (Koboldwald) durchquert. Die Gestalt der Bäume wirkt oft knorrig und verknotet und dickes Moos bedeckt die Äste und Zweige. Danach sind wir direkt zum Stratford Plateau um dort zu übernachten um am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang zum Mt. Taranaki Summit aufzubrechen.

Goblin Forest

Goblin Forest

Hinweis: Mit einem Self Containt Camper darf man hier offiziell übernacht stehen.

Es war unheimlich auf dem Plateau (1100 Meter). Nebel soweit das Auge reichte. Wir konnten keine 5 Meter weit gucken, geschweige denn den Mt. Taranaki sehen. Später am Nachmittag kam dann noch ein Auto mit fünf jungen Maoris und hörte so laut Musik, dass die halbe Region aufrecht in den Betten gestanden haben muss. Um kurz vor Mitternacht klarte es plötzlich auf und da war er, Mt. Taranaki. Der Berg hieß früher Mt. Egmont sowie der dazugehörige Nationalpark. Aber da die Maori auf ihre Tradition bestehen, wurde der Berg umbenannt.

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Morgens um 6 Uhr klingelte der Wecker, das Wetter war gut und wir machten uns auf den Weg. Erster Zwischenstopp war das Tahurangi Lodge auf 1492 Meter. Bis hierher war der Weg gut. Jetzt wollten wir zum Gipfel auf 2518 Meter und uns den Vulkan mit perfekter Spitzkegelform genauer Angucken. Wir haben gehört, dass der Vulkan noch relativ jung ist und erst ca. vor 135.000 Jahren aktiv geworden sein soll. Die letzte Eruption war 1854.

Der Track wurde zunehmend steiniger und der Wind nahm auch immer mehr zu. Denise beschloss auf 2020 Meter abzubrechen da die Winde zu stark für Sie waren. Sie machte zwei Schritte vor, und im gleichen Atemzug drei zurück. Das hatte so keinen Zweck. Philipp kämpfte sich weiter hinauf. Erst bis zum Lizard auf 2134 Meter, und dann zum Gipfel.

In der Zwischenzeit wartete Denise auf 1916 Meter in einer windstillen Ecke und machte Bekanntschaft mit eigentlich so jedem der auch auf dem Weg zum Gipfel war. In Summe: 1 Spanier, 4 Deutsche, 3 Franzosen, 1 Schwedin und 2 Engländer. Sie kannte quasi jeden und da Philipp das Proviant im Rucksack hatte, wurde sie von allen mit leckeren Snacks versorgt. Der Spanier, eine Wanderguide, berichtete von den zunehmend schlechten Bedingungen auf dem Gipfel aber meinte auch das es noch geht. Philipp kam nach 2 Stunden wieder und würde den Aufstieg so schnell nicht noch einmal machen. Die Sicht war gleich null und die Winde so stark, dass er froh war wieder unten zu sein.

Hinweis: Viele schlecht ausgerüstete Touristen machen sich jährlich auf den Weg zum Gipfel. Ca. 60 Menschen sind schon ums Leben gekommen. Tut euch bitte selber den Gefallen und

  1. tragt gutes Schuhwerk (keine Turnschuhe),
  2. habt genug warme Kleidung und eine Regenjacke mit dabei, da das Wetter jederzeit umschlagen kann – auch wenn beim los laufen die Sonne scheint, und
  3. nehmt genug zu essen und zu trinken mit.

Der Track ist sehr anspruchsvoll und nicht zu unterschätzen. Sagt auf jeden Fall immer jemanden Bescheid, wenn ihr so eine Wanderung macht wann ihr ca. wieder zurück seid, dass haben wir auch gemacht und es ist nur zu eurer Sicherheit.

Forgotten World Highway

Wir fuhren noch am selben Tag auf dem Forgotten World Highway in Richtung Tongariro Nationalpark. Der Highway verbindet die Strecke zwischen Stratford und Taumarunui. Von den 30 Points of Interest auf der 155 KM langen Strecke haben wir nur ein paar mitgenommen. Da die Strecke recht lang dauert und wir doch sehr k.o. vom Wandern waren, sind wir in der Republik Whangamomona geblieben.

Jetzt lacht ihr möglicherweise, aber es ist tatsächlich eine Republik. Zumindest alle zwei Jahre! Hintergrund hierfür ist, dass die Grenzen in der Region entlang der Flüsse neu aufgeteilt wurden und die Stadt Whangamomona dadurch geteilt wurde. Das fanden die Bewohner überhaupt nicht lustig und entschieden aus Protest eine Republik auszurufen. Seit 1989 findet alle zwei Jahre aus diesem Anlass ein Volksfest statt.

Tipp: Campground in Whangamomona (20 NZ $ + 2 NZ $ Dusche für eine Power Site).