Glacier, Beaches, Sandflies and an Overnight Experience

Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, fuhren wir von Milford an einem Stück zurück bis nach Wanaka. Um kurz vor Mitternacht erreichten wir einen DOC Campsite am Ende des Sees. Der nächste Morgen kam schnell und wir überlegten was wir in den nächsten Tagen unternehmen wollten. Da man mit einem guten Kaffee in der Hand besser denken kann, fuhren wir nach Makarona und wärmten uns am offenen Kaminfeuer bei Kaffee und heißer Schokolade auf und fuhren dann weiter nach Haast.

Auf dem Weg dorthin stoppten wir noch an den Fanfail Falls, den Blue Pools und bauten einen Steinturm. Nicht zu vergessen, dass man sich alle paar Minuten bewegen musste um nicht von den zahlreichen Sandfliegen aufgefressen zu werden.

Laut der Geschichte Neuseelands kamen die ersten Siedler erst sehr spät an die Westküste Neuseelands. Ihre Botschaft an die bereits bevölkerte Ostküste lautete „Wenig Land zum bebauen, und viele Sandfliegen und Buschratten machen eine Besiedlung fast unmöglich.“ So ist es wohl auch heute noch, denn nur 1% der Gesamtbevölkerung lebt der Westküste der Südinsel. Größere Supermärkte gibt es erst wieder recht weit nördlich und die schönen Strände kann man nur kurz genießen. Aber nichts desto trotz ist es landschaftlich wunderschön.

Haast, sah auf der Karte nach einem größeren Ort aus und wir erhofften uns ein paar gute Vorschläge für die Gegend, und einen Supermarkt. So etwas hatten wir auch noch nicht gesehen – von der Ferne wirkte es wie ein Sandsturm, es war aber keiner, es war nur eine dünne Schicht von Wasser und Nebel die vom Meer in Richtung Festland zog. In Haast angekommen, mussten wir feststellen, dass das einzig Moderne die Touristeninfo ist und von Supermärkten weit und breit keine Spur war. Nur der kleine General Store lud zum Vorräte einkaufen ein. Da es nur überteuerte Campgrounds gab fuhren wir weiter bis zu einem See und genossen den Abend. Hier lernten wir Gyuri und Barbara aus Ungarn kennen und Linda und Peter aus Nelson, Neuseeland. Wir tauschten viele Tipps aus und hatten einen sehr lustigen Abend.

Weiter ging es nach FOX Glacier – Franz Josef ist zwar der bekanntere, aber jeder sagte uns, dass der FOX, der schönere der beiden Gletscher ist. Im DOC Visitor Center erkundigten wir uns nach den verschieden Tracks in der Gegend. Wir hatten uns überlegt den Copland Track zu laufen um endlich unser Zelt auszuprobieren. Die Wetteraussichten für die nächsten zwei Tage waren gut, danach sah es nicht so gut aus, daher buchten wir kurzerhand unseren Campsite für 5 NZ$ pro Person und starteten noch am selben Tag.

Wichtig: Die Hütten oder Campsites muss man immer im Vorfeld buchen. Vor allem in der Peak Season (Oktober bis April).

Der Copland Track und als Belohnung natürliche Hot Pools

Im Auto schrieben wir unsere Packliste für einen zweitägigen Übernachtungstrip, im General Store besorgten wir noch Essen, dass sich schnell und einfach auf dem Berg zubereiten ließ und dann fuhren wir 26 KM Richtung Süden, parkten unser Auto, packten die Rucksäcke und ließen uns noch einmal kräftig von den Sandfliegen zerstechen bevor wir los liefen.

Sandfliegenstiche

Sandfliegenstiche

Der Copland Track sind 18 KM einfache Strecke, hierbei geht es nicht um unzählige Höhenmeter, denn es sind nur ca. 400. Es geht mehr um das Ziel, denn an der Hütte gibt es ein paar natürliche heiße Pools mit Blick auf die zum Teil schneebedeckten Berge. Wir schafften den Aufstieg in 5,5 Stunden statt 7 Stunden. Unsere Füße qualmten bei Ankunft, und nach dem wir das Zelt (es handelt sich um ein 1-Layer Zelt für zwei Personen!) aufgestellt hatten, saßen wir im Pool und genossen die Aussicht.

Natural Hot Pools Welcome Flat Hut

Natural Hot Pools Welcome Flat Hut

Was noch kommen würde, war uns zu dieser Zeit egal. Am Abend gab es dann Spagetti aus der Dose, mit Abstand das mieseste Essen unserer bisherigen Reise, und dann ging es ins Zelt. Es dauerte nur kurz, dann war klar, das Zelt ist zu klein für zwei, oder Philipp einfach zu groß. Die halbe Nacht haben wir kein Auge zugemacht, es tropfte von der Zeltinnenwand auf uns herunter und trotz Isomatten, war es viel zu hart.

Nach dieser Nacht freuten wir uns auf den Camper, aber bevor das so weit war, lagen wir noch mal in den Pools und mussten auch noch die ganze Strecke zurück. Der Weg führte über Maschendrahtzaun-Hängebrücken, durch Creeks, Wasser, über felsige Wege und tropischen Regenwald. Als wir endlich unten waren, konnten wir schon nicht mehr laufen, aber es hatte sich gelohnt. Die 100 Sandfliegen die wir beim Verlassen im Auto eingesperrt hatten, waren auch alle tot und so ging die Reise weiter Richtung Norden. Unser Telefon zeigte wieder kein Empfang, und es kam kein größerer Ort. Die Glacier ließen wir links liegen, die haben wir ja zu Hause auch, und fuhren bis Hokitika um uns das Wildfood Festival zu besuchen.