Mit dem Bus von Banos, vorbei an grünen Weiden und dem schneebedeckten Chimborazo, kamen wir in Riobamba, gegenüber dem Marktplatz, an. Der erste Weg ging direkt zum Bahnhof um die Zugtickets für die Fahrt um die weltberühmte Zugfahrt um die Teufelsnase (Nariz del Diablo) zu kaufen. Wie sollte es auch anders sein, war der Schalter an diesem Tag schon geschlossen, die Tür allerdings noch geöffnet und obwohl Sie uns eigentlich nicht mehr bedienen wollten, konnten wir die freundlichen Angestellten zu einer kleinen Überstunde überreden. Mit zwei Tickets in der Hand machten wir uns auf den Weg nach Macaji, eine Nachbarschaft in Riobamba, zu Diana ihrer Schwester, Elisabeth, um bei ihr die Nacht zu verbringen. Zu viel Pizza und das Rumtoben mit Hund, Kino, hatten uns doch sehr müde gemacht und so endete der Abend recht früh, allerdings mit einem tollen Blick auf die Altarberge.

Am nächsten Tag nahmen wir einen der stündlich abfahrenden Busse nach Alausi. Denn wie wir erst vor Ort erfuhren, ist die Zugfahrt von Riobamba aus gar nicht möglich. Wieder ging es mit dem Bus kreuz und quer durch die Anden bis wir in dem kleinen Ort ankamen. Alausi – viele Hotels gibt es nicht, die Preise für eine Unterkunft starten bei 15$ pro Person und von Restaurants im Überfluss können wir auch nicht berichten. Aber gut, wir machten uns auf die Suche und checkten kurze Zeit später im Hostal Gambala ein. Sehr sauberes und ruhiges Hotel an der Hauptstraße, wo sich die meisten Hotels befinden. Später schauten wir uns das Städtchen mit seiner großen Statue des heiligen Peters an, liefen etwas durch den hübsch angelegten Park, kauften ein paar Leckereien beim Bäcker und machten es uns am Plaza bequem. Danach schlenderten zum Bahnhof – ein recht moderner Bahnhof, aber irgendwie mit Charme.

Alausi Panorama
Alausi Panorama

Am nächsten Morgen machten wir nicht viel, wir beobachteten vom Balkon unseres Hotels das Treiben in der Straße – eiliges hin und her laufen von den traditionell mit Hut gekleideten Frauen, Männer auf einer Parkbank über Gott und die Welt plaudern, Kinder in ihren Schuluniformen die Straße entlang schlendern und andere eifrig Geschäfte abwickeln. Irgendwie kann man damit einen ganzen Tag füllen, denn wie so oft im Leben, spielt das Leben auf der Straße.  Um 10 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Zuerst ein gemütlicher Kaffee im Bahnhofs-Restaurant, danach wurde unser Gepäck kostenlos und sicher in einem Raum im Bahnhofsgebäude eingeschlossen und wir checkten ein.

Alausi schienen menschen plaetze
Alausi schienen menschen plaetze

Die Zugfahrt um die Teufelsnase

Typische Pfiffe des Schaffners, ein kurzes ruckeln, und dann schiebt sich der Zug langsam über die Gleise. Vier braune Holzwagons folgen der Lok und in jedem Wagon sitzen Touristen, bewaffnet mit ihren Kameras. Schon die Fahrt durch Alausi führt uns durch die engen Straßen, vorbei an bunten Wohnhäusern, Cafés und Geschäften. Dann folgt ein grünes Tal, Felder und Kakteen. Mit 12 Km/h schlängeln wir uns es vorbei an tiefen Schluchten, grünen Weiden, typischen ländlichen Behausungen mit Kühen und Hunde, plätschernden Bächen – einer wirklich tollen Flora. Nach einer halben Stunde und mehr als 500 Höhenmetern, erreichen wir den Höhepunkt der Fahrt – die Teufelsnase – den Nariz del Diablo.

Upnaway - Zugfahrt Nariz del Diablo
Upnaway – Zugfahrt Nariz del Diablo

Männer mit Fingerspitzengefühl

Immer wieder hält der Zug an dem 100 Meter hohen Felsvorsprung an und fährt dann in entgegengesetzte Richtung auf einem darunterliegenden Gleis erst rückwärts dann bei der nächsten Weiche wieder vorwärts, den Berg hinab. Interessiert, schauen wir aus den Fenstern in die unter uns liegende Schlucht und dann wieder auf die Männer der Bahn die im Gleichtakt mit den Armen winken. Im Nachhinein erfahren wir, dass das sehr schwierig ist, denn wenn das mitfahrende Bahnpersonal einen Fehler macht, könnte der Zug den Berg hinunter fallen.

In Sibambe machen wir eine Fotopause, bestaunen die Teufelsnase und schnaufen einmal tief durch, dass uns das Bahnpersonal sicher hinuntergebracht hat. Es folgen ecuadorianischer Folklore, Lamas und ein Besuch im Zug Museum (alles inklusive). Ein Kaffee in der modernen Bahnhofshalle gab es mit dem Ticket auch noch für alle Zugreisenden und dann ging es im Zick Zack die Teufelsnase wieder hinauf und zurück nach Alausi.

Die Fahrt ist zwar kurz aber eine der spektakulärsten die wir bisher gemacht haben. Ein echtes Meisterwerk der Zugfahrtgeschichte!

Informationen Teufelsnasen Zugfahrt (Narzis del Diablo):

  •  Strecke: Alausi nach Sibambe
  • Länge: 12 KM (einfache Strecke)
  • Dauer: 2,5 Stunden mit Aufenthalt in Sibambe
  • Kosten: 25$ pro Person (für Einheimische viel zu teuer)
  • Die Zugfahrt auf den Dächern der Wagen wäre eine besondere Touristenattraktion, ist aber verboten.
  • Bessere Sicht – Plätze auf der rechten Seite buchen!
  • Tickets online: www.trenecuador.com/en oder im Bahnhof von Riobambaoder Alausi
  • Unter der Woche ist der Zug ggf. leerer

 

 

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