in Ban Phe

Nach dem Bangkok-Trubel dachten wir in Ban Phe etwas Ruhe am Strand zu finden. Mit dem Taxi (180 Baht mit Taxo-Meter) machten wir uns auf zur Ekamai Busstation in Bangkok. Dort angekommen, haben wir uns die Tickets (200 Baht pro Person) in einer kleinen Holzhütte außerhalb von Bahnhof besorgt. Der Ticketofficer war so nett und hat uns direkt zu unserem Minivan zu begleitet. Da außer uns nur noch zwei weitere Passagiere an Bord waren, verlief die ca. 3,5 Stunden lange Fahrt, bei Tempo 80 über die 2-spurige Landstraße nach Ban Phe (Rayong) sehr entspannt. Angekommen in Ban Phe wurden wir direkt am Pier abgesetzt. Ban Phe ist ein kleiner Fischerort und Ausgangspunkt um mit der Fähre nach Ko Samet überzusetzen.

Blick auf Ko Samet

Blick auf Ko Samet

Eingecheckt im Hotel, machten wir uns auf den Weg zum hochgelobten Traumstrand. Dieser sollte sich nach Aussage der Hotelangestellten in ca. 200 Meter befinden. Möglicherweise hat sie uns aber auch einfach nicht verstanden, oder meinte 2000 Meter. Wer weiß, mit Englisch kam man bei ihr jedenfalls nicht wirklich weit. Es war ein langer Fußmarsch, da der Ort zwar nicht wirklich groß, aber dafür sehr lang ist. Nach ca. 30 Minuten erreichten wir den „Traum“- Strand. Haben wir irgendwas verpasst? Vor lauter angeschwemmtem Strandgut konnten wir den Sand fasst nicht als solchen erkennen. Wirklich? Dass, soll es sein? Der Strand war nicht wirklich schön und es kam keinerlei Beach-Feeling auf, nur die fünf Strandbars vermittelten ein wenig Relaxstimmung. Gesehen, und in einer der Bars eingekehrt, genossen wir dann einen Sundowner.

Schon zu diesem Zeitpunkt fielen uns die unzähligen, streunenden Hunde auf. Besonders der Eine, ich sage mal eine hüfthohe, reinrassige Promenadenmischung mit Psychoblick. Er versuchte ständig Blickkontakt mit uns aufzunehmen. Nachdem die Bar um Punkt 17 Uhr den Feierabend eingeläutet hatte, machten wir uns in der Dämmerung auf den Heimweg. Ab diesem Zeitpunkt waren wir nicht mehr alleine. Der oben erwähnte Höllen-Hund war fortan unser Schatten. Selbst durch das Variieren des Lauftempos, Finten und überraschenden Straßenwechsel konnten wir unseren Begleiter nicht abschütteln. Am Anfang war es ja noch irgendwie lustig, aber umso länger der Weg dauerte, desto mehr haben wir es mit der Angst zu tun bekommen. Um ehrlich zu sein, ist uns das Herz in die Hose gerutscht. Ein Blick zu Denise genügte, wir verstanden uns – das Tesco Schild in der Ferne könnte unsere Rettung sein. Ohne zu zögern steuerten wir auf den Eingang des Supermarktes zu, natürlich ohne unseren neuen Freund aus den Augen zu verlieren. Mit einem Hechtsprung retteten wir uns in das Innere des Gebäudes. Puh, das war knapp! Sofort verschanzten wir uns hinter der Obstauslage um dem Blickfeld von “Lassie” zu entgehen. Immer wieder riskierten wir einen Blick Richtung Eingangstür – der war immer noch da! Gefühlte drei Stunden später, dem Xten durchschauen der Warenauslage (übrigens gibt es im Tesco sogar fertige Wok-Pfannen inkl. Zutaten zu kaufen) haben wir uns für einen Kaffee an der Coffee-Bar entschieden. Zum Glück verließ ein anderes europäisch aussehendes Päarchen den Tesco und der Hund hängte sich an ihre Fersen. Ein Wunder! Wir fassten all unseren Mut zusammen und wagten uns ins Freie. Wie Geheimagenten schlichten wir uns vom Parkplatz und blickten nicht zurück. Endlich in Sicherheit haben wir eine kleine Cocktail-Bar gefunden und sind eingekehrt. Auf den Schreck gab es erstmal ein kaltes Bier, zur Abwechslung mal Leo (beachte das Label) „The German Coktail Bar“. Ja, Coktail ohne c (dafür hat Geld wohl nicht mehr gereicht) aber gefühlt das einzige Highlight in der Stadt, hat uns den Abend gerettet.

Leo

Leo

Wenige Stunden später haben wir uns entschlossen am nächsten Morgen nach Chanthaburi zu fahren um von dort weiter nach Kambodscha zu reisen. Fazit: in Ban Phe ist der Hund begraben, oder eben auch nicht.