Vom Titicaca See fuhren wir nach La Paz. Die Death Road wartete bereits auf uns. Aber bevor es so weit ist fuhren wir eine wirklich wunderschöne Strecke durch das Anden Hochland, besonders für Motoradfahrer. Tolle Blicke alle paar Meter eröffneten sich in einer abwechslungsreichen Vegetation. Nach ca. 1 Stunde war die Straße dann allerdings erst einmal zu Ende. Alle raus aus dem Bus und ein Ticket (2 BOL) für die Fähre kaufen. Während dessen wurde unser Bus auf ein klappriges Holzboot manövriert. Wir stiegen in ein anderes Boot um den See zu überqueren. Schnell waren wir auf der anderen Seite. Und nach einer Weile erreichte auch der Bus auch das rettende Ufer. Die Fahrt konnte also weitergehen.

Autofähre bei Copacabana Bolivien

Autofähre bei Copacabana Bolivien

In La Paz angekommen, wurden wir wie in einem großen Markt empfangen. Von Großstadt-Feeling ist hier, trotz 2 Millionen Einwohner, alles weit entfernt. Die Straßen sind ein einziger Marktplatz, Obst, Gemüse, Souveniers, Färbemittel. Es gibt wirklich alles. Sogar der Meter vor, hinter und neben jedem Stand wird gefegt. Alles hat seine Ordnung. Der Reinigungsversuch ist bemerkenswert, allerdings nicht wirklich zielführend, die Ampel wird grün und 1 Minute später fahren wieder Collectivos, schwarzen Rauch auspustende Busse und Autos an dem kleinen Stand vorbei und quälen sich die Straßen hoch.

Wir wußten genau was wir hier machen möchten, und das war sicher nicht die Stadt angucken.

  1. Gondelfahrt (6 BOL) mit der neuen, im September 2014 in Betrieb genommenen, Red Line – die Höhenmeter sind fast unmöglich zu Fuß zu bewältigen, denn La Paz liegt auf 3.100 bis 4.100 Meter
  2. Die Death Road fahren und überleben – es ist, oder war, schließlich die gefährlichste Straße der Welt

63 KM Downhill von den Anden in den Amazonas – die Death Road

Morgens um 7.00h morgens traf sich unsere Gruppe. 14 Verrückte mit dem gleichen Ziel. Eine Downhill Mountainbike Fahrt in die Yungas.

Mit dem Bus den Pass hoch und nach einer tiefgründigen Einweisung durch unseren Guide, konnte die 63 km lange Abfahrt losgehen. Helme auf, Anzüge an und los geht’s.

Die ersten 20 km fuhren wir es auf einer asphaltierten Straße bergab, noch sehr vorsichtig und jeder versuchte sich mit dem Mountainbike anzufreunden. Allerdings schnitt der Gegenverkehr mehrmals unsere Spur bei riskanten Überholmanövern. Kann die Death Road wirklich gefährlicher sein?

Die Mountainbikes und wir waren jetzt an einander gewöhnt. Die 8 KM Bergauf Passage meisterten wir dann erfolgreich mit dem Bus. Das hätte sonst wahrscheinlich eine halbe Ewigkeit gedauert. Nur 10 Minuten später erreichten wir die Straße, von der jeder sagt, es sei die gefährlichste der Welt. Die Ruta de la Muerte oder Death Road.

42 km ging es von nun an am Abhang, immer linker Hand trotz Rechtsverkehr in Bolivien, die Schotterpiste entlang. Einspurig, teilweise max. 3 Meter Breit – ein Nervenkitzel sollte doch mal Gegenverkehr kommen. Links und rechts, immer zwei Finger an der Bremse. Fingerspitzengefühl und volle Konzentration waren das A und O, vor allem wenn man sturzfrei bleiben wollte! Hunderte Meter tiefe Abgrunde, nur selten eine Leitplanke. Die atemberaubendsten und spektakulärsten Passagen wurden von unserem Guide fotografiert und gefilmt, denn jeder Fehler könnte hier tödlich enden. Unser Guide machte das uns auch bei jedem Stopp bewusst – Geschichten und Gesehen hat er mehr als genug. Zusätzlich erinnern zahlreiche Kreuze am Straßenrand an die Unfallstellen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Es wurde immer wärme. Mittlerweile waren wir nur noch auf 2.000 Meter. Auf halber Strecke hat es Philipp dann geschafft sich einen Platten zu fahren, dieser konnte aber, unter Schweiß und Muskelpower, schnell von unserem Guide behoben werden.

Die letzten 5 KM durchquerten wir kleine Wasserschneisen und fuhren durch Wasserfälle. Der Weg ist das Ziel. Und das war ein kaltes Bier nach fünf Stunden Downhill Mountainbiken, Für Denise eine Qual. Vom Bremsen hatte sich ein schmerzhafter Muskelkater in ihren Unterarmen gebildet. Der Schotter und das Ruckeln machten es nicht leichter das Mountainbike in der Spur zu halten. Zähne zusammenbeißen und durch. Denk an das Bier!

Angekommen auf 1.166 Meter in Coroico und das bei subtropischen Temperaturen. Raus aus den Schutzklamotten. Ein kaltes Bier. 3.500 Höhenmeter haben wir zurückgelegt. Und ja, wir haben die Death Road in Bolivien überlebt.

Wir können Gravity nur empfehlen. Eine absolut toller Trip mit 100% Spaß Faktor. Trotzdem gilt, Erfahrung oder nicht: Man sollte die Death Road nicht unterschätzen und immer vorsichtig fahren ohne die Kontrolle über das Mountainbike zu verlieren.